Kampagne: Fur free europe

Echtpelz in Europa

Ab und zu widmen wir uns Themen, die sich links und rechts neben dem Klimaschutz abspielen. Eines dieser Themenfelder umfasst auch den Artenschutz.

Bei der Recherche nach spannenden Themen für den Wochenblog bin ich mal wieder über ein Video des Meeresbiologen, Influencer und Tierfotograf Kollegen Robert Marc Lehmann gestoßen, der auf das Projekt Fur free europe aufmerksam gemacht hat.

In diesem Mittwochsbeitrag möchte ich Ihnen daher über die europäische Bürgerinitiative berichten, über Fell aufklären und zeigen, wie Sie Echtfell erkennen und vermeiden können.

Fur Free Europe

Die Tierrechtsorganisation  Deutsches Tierschutzbüro e.V.  hat gemeinsam mit Robert Marc Lehman die Kampagne Fur Free Europe ins Leben gerufen. Dies geschah nach den verstörenden Erlebnissen, die sie wiederholt, auf einer europäischen Pelzfarm recherchiert haben.

Denn hinter echten Pelz steckt fast ausnahmslos furchtbare Leid für beispielsweise Nerze, Marderhunde, Rotfüchse, oder Polarfüchse.  Aber auch illegal von Katzen oder Hunden aus Fernost für Pelzbesätze und Bommeln von oft billiger Wegwerfmode.

Daher ist jeder aufgerufen, der Europa pelzfrei machen möchte, die Bürgerinitiative zu unterstützen. Wenn über 1 Million Unterschriften aus 7 Ländern gesammelt wurden, ist die Europäische Kommission verpflichtet, zu reagieren und Maßnahmen im Parlament zu ergreifen.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.tierschutzbuero.de/fur-free-europe-europa-pelzfrei-mache

Europäische Bürgerinitiative

Jeder Bürger der Europäischen Union hat das Recht, eine Europäische Bürgerinitiative ins Leben zu rufen. Diese Initiative ist durch den Vertrag von Lissabon gedeckelt und garantiert so direktdemokratisch Interessen der Bevölkerung durchzusetzen. Vorausgesetzt, es können genügend Stimmen hinter sich versammelt werden. Aktuell werden 1.000.000 Stimmen aus mindestens 7 der 28 Mitgliedstaaten benötigt. In jedem dieser 7 Mitgliedstaaten ist eine Mindestanzahl von Unterstützer:innen erforderlich.

Kommen genug Stimmen zusammen, dann können die Unionsbürger erzwingen, dass sich die Europäische Kommission mit ihrem Thema befasst.

Pelz was ist das eigentlich

Als Pelz wird Kleidung oder Teile einer Kleidung aus verschiedenen Fellarten oder ganzen Fellen von Säugetieren bezeichnet.

Oft wird der Begriff Pelz auch für Bekleidungszubehör wie Taschen oder ähnliches herangezogen, wenn Felle von Tieren daran verarbeitet wurde.

In den Anfangszeiten der Menschheit waren Felle und Pelze, überlebenswichtig und hatten ihre Berechtigung. Mit zunehmendem Entwicklungsstand der Menschheit entwickelten sich natürliche und später auch Kunststoffe, die heute den Kleidungsmarkt bestimmen und so wurde Pelz Nutzgut zum Luxusgut.

Zu Zeiten der Aufklärung gab es Kleiderordnungen, die gewisse Pelze und Felle nur bestimmten Personengruppen und Ständen gestatteten wurden. Oft wird Pelz, auch heute noch, mit reichen Handelsleuchten, Kirchen und Aristokraten verbunden.

Mit der Industrialisierung nahm das Interesse an Pelz stetig bzw. verlagerte sich zunehmend von Europa nach Asien.

Während heutzutage mit Pelz vereinzelt noch Wohlstand suggeriert wird, so stößt Pelz in der breiten Bevölkerung auf Desinteresse bis hin zur Ablehnung.

Kampagne: Fur free europe 1
Bild von Светлана auf Pixabay

Woran ERKENNE ICH ECHTPELZ?

Auch wenn seit 2012 Produkte, die Echtpelz enthalten, entsprechende Hinweise enthalten müssen, wird dies oft falsch oder gar nicht deklariert.

Besonders perfide ist, dass das ehemalige Luxusgut Echtpelz aufgrund der Massentierhaltung oft kostengünstiger ist als Kunstfell, wird dieser gerne als Kunstpelz deklariert und vermarktet.

Es kann also gut sein, dass der Kunstfellbömmel an der Lieblingsmütze nicht aus alten PET-Flaschen ist, sonders aus Fuchs, Nerz oder eben aus Katze.

Wie sie jetzt erkennen können, ob das Stück Pelz nun echt oder Imitat ist, dass möchten wir Ihnen kurz vorstellen.

1. Pusten

Wenn Sie in das zu testende Stück hineinpusten, dann wird sich echter Pelz oft stärker bewegen als Kunstpelz.

2. Riechen

Wenn Sie die Möglichkeit haben, entfernen Sie vorsichtig ein Stück aus dem Pelz und zünden Sie das Haar an. Entsteht der typische Plastikduft, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Kunstpelz. Riecht es nach verbrannten Haaren, dann spricht das für Echthaar.

3. Hinschauen

Gucken Sie sich den Untergrund des Pelzes an, ist dies eine gewebte Textilschicht, deutet es auf Kunstpelz hin. Stecken die Haare in Leder spricht, das eine andere Sprache.


Bildquelle: Titelbild: Bild von Gitti Lohr auf Pixabay 

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