Schottergärten auch 2024 noch ein Problem

Schottergärten

… sind in den letzten Jahren zu einem kontroversen Thema geworden. Auf der einen Seite werden sie oft als pflegeleichte Lösung für (Vor)gärten angepriesen, während auf der anderen Seite Umweltschützer und Gartenliebhaber Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt äußern. In diesem Blogbeitrag möchte ich die Problematik der Schottergärten beleuchten und alternative Möglichkeiten aufzeigen, wie wir unsere Gärten gestalten können, um sowohl ästhetische als auch ökologische Vorteile zu erzielen.

Die Problematik der Schottergärten

Schottergärten bestehen hauptsächlich aus Kies, Steinen und Schotter, oft ohne jegliche Bepflanzung. Sie werden oft als wartungsarm beworben, da sie angeblich kein Gießen oder Mähen erfordern. Allerdings bergen sie eine Reihe von Problemen:

  1. Hitzespeicherung: Schottergärten speichern Wärme, weil sie Sonnenenergie absorbieren und diese tagsüber in Form von Wärme speichern. Dies kann problematisch sein, da es zu einem lokalen Mikroklima führt, das stärkere Hitze in städtischen Gebieten verursacht. Dieses Phänomen, bekannt als „Urban Heat Island“ (städtische Wärmeinsel), kann zu höheren Temperaturen, vermehrtem Energieverbrauch für Klimatisierung und Gesundheitsproblemen führen.

  2. Ästhetik: Obwohl einige Menschen Schottergärten für ästhetisch ansprechend halten, empfinden andere sie als öde und unkreativ.

  3. Wasserversickerung: Im Gegensatz zu bepflanzten (Vor)gärten, die Regenwasser absorbieren können, ermöglichen Schottergärten häufig keine ausreichende Wasserversickerung. Dies kann bei stärkeren Regenereignissen zu lokalen Überschwemmungen und Wasserschäden führen.

  4. Biodiversität Schottergärten bieten sehr wenig bis gar keine Lebensräume für Pflanzen, Insekten und andere Tiere. Im Gegensatz zu natürlichen Gärten oder Grünflächen fehlt es Schottergärten an Vielfalt an Pflanzenarten und Totholz, die Nahrung und Lebensraum bieten könnten.

Schottergärten auch 2024 noch ein Problem 1
Bild von Joe auf Pixabay
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Bild von Florian Kreppel

Alternative Gestaltungsmöglichkeiten

Es gibt viele alternative Möglichkeiten, einen (Vor)garten zu gestalten, der sowohl attraktiv als auch umweltfreundlich ist. Hier sind einige Ideen:

  1. Einheimische Pflanzen: Verwenden Sie eine Vielzahl von einheimischen Pflanzen in Ihrem Vorgarten. Sie sind an das lokale Klima angepasst und bieten Lebensraum und Nahrung für einheimische Tierarten.

  2. Regenwassernutzung: Installieren Sie Regenwasserbehälter, um Regenwasser aufzufangen und für die Bewässerung Ihrer Pflanzen zu verwenden. Dies reduziert den Bedarf an Frischwasser und trägt zur Reduzierung der Versiegelung bei. Kleinere Säugetiere, Vögel, Insekten und weitere Tiere können in heißen Monaten das Wasser als Trinkquelle nutzen. Achten Sie hierfür darauf, das kleine Steine in der Wasserstelle als Landefläche vorhanden sind.

  3. Permeable Oberflächen: Wenn Sie sich mit Pflanzen wirklich nicht anfreunden können oder nicht die Möglichkeit haben diese zu pflegen, verwenden Sie permeable Materialien wie Pflastersteine mit Lücken oder durchlässige Betonpflaster, die es dem Regenwasser ermöglichen, in den Boden zu versickern. Pflegeleichte dezente Bodendecker sind ebenfalls empfehlenswert.

  4. Bienen- und Insektenhotels: Installieren Sie Bienen- und Insektenhotels, um Lebensraum für nützliche Bestäuber und andere Insekten zu schaffen, die zur Bestäubung von Pflanzen beitragen und die ökologische Vielfalt fördern. Dies können geeignete fertige Nisthilfen sein oder aber selbstgebaute Nisthölzer, aber auch Totholz. Ebenfalls eignet sich eine kleine Stelle im Beet mit Sand aufzufüllen.

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Bild von dae jeung kim auf Pixabay

Klimaforum

Zum Thema Schottergärten findet auch unser Klimaforum im März statt.

Mehr dazu unter https://www.klimaschutz-mh.de/unsere-projekte/klima-forum/

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