Wir hoffen, Sie sind gut und gesund ins neue Jahr gestartet. Während der Jahreswechsel für viele ein Moment der Freude und des Neubeginns ist, macht er zugleich jedes Jahr aufs Neue sichtbar, welche massiven Belastungen die private Silvesterböllerei für Mensch, Tier und Umwelt mit sich bringt – und warum ein Umdenken dringend notwendig ist.
Massive Belastung für Luft und Gesundheit
In der Silvesternacht erreicht die Feinstaubbelastung regelmäßig ihren Höchststand im gesamten Jahr. Besonders gefährlich sind ultrafeine Partikel, die tief in die Lunge und in den Blutkreislauf gelangen. Während die durchschnittliche Jahresbelastung bei etwa 18 µg/m³ liegt, werden an Neujahr vielerorts Spitzenwerte von über 1.000 µg/m³ gemessen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, den Grenzwert von 45 µg/m³ nur an wenigen Tagen im Jahr zu überschreiten – durch Silvesterfeuerwerk wird diese Grenze oft schon in den ersten Januartagen erreicht. Die Jahre mit Verkaufsverbot zeigen deutlich: Wo nicht geböllert wird, sinken die Feinstaubwerte teils um über 70 bis 90 Prozent.
Tierleid durch Lärm, Licht und Feinstaub
Für Tiere kommt das Silvesterfeuerwerk völlig unvorhersehbar. Haustiere reagieren mit Angst und Panik, viele müssen beruhigt oder medizinisch versorgt werden. Nutztiere wie Pferde oder Rinder brechen in Panik aus, verletzen sich oder flüchten auf Straßen. Besonders betroffen sind Wildtiere: Studien zeigen, dass Vögel in der Silvesternacht kilometerweit und deutlich höher als gewöhnlich fliegen, um dem Lärm und dem Feinstaub zu entkommen. Der damit verbundene Energieverlust kann vor allem im Winter lebensbedrohlich sein.
Ein enormes Müll- und Umweltproblem
Silvesterfeuerwerk hinterlässt jedes Jahr riesige Mengen an Abfall. Zehntausende Tonnen Feuerwerkskörper werden verkauft, ein großer Teil der Rückstände bleibt auf Straßen, Grünflächen oder gelangt in Gewässer. Kunststoffe, Schwermetalle und giftige Verbrennungsrückstände belasten Böden, Wasser und langfristig unsere Nahrungsketten. Vieles davon kann gar nicht vollständig eingesammelt werden.
Gefahr für Menschen und Einsatzkräfte
Die Silvesternacht ist jedes Jahr ein Ausnahmezustand für Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei. Verletzungen durch unsachgemäßen oder alkoholisierten Umgang mit Böllern, Brände und Sachschäden sind an der Tagesordnung. Besonders häufig sind schwere Augen- und Gehörverletzungen, oft auch bei Kindern. In Jahren mit Verkaufsverbot gingen Notfalleinsätze und Brände deutlich zurück – ein klarer Beleg für die Wirksamkeit solcher Maßnahmen.
Hohe Kosten für ein kurzes Vergnügen
Jährlich werden in Deutschland Millionen Euro für privates Feuerwerk ausgegeben – für ein Vergnügen, das nur wenige Minuten dauert. Hinzu kommen hohe Folgekosten für Reinigung, Einsätze der Rettungskräfte und gesundheitliche Belastungen. Dieses Geld ließe sich sinnvoller und nachhaltiger einsetzen.
Gute Alternativen sind längst vorhanden
Ein stimmungsvoller Jahreswechsel ist auch ohne private Böllerei möglich. Licht-, Laser- oder Drohnenshows, zentrale professionelle Feuerwerke oder gemeinschaftliche Feiern schaffen Atmosphäre, ohne Menschen, Tiere und Umwelt zu gefährden. Sie sind sicherer, leiser und verursachen deutlich weniger Müll.
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Bildquelle: ©Pixabay


