Das Ruhrgebiet steht vor besonderen gesundheitlichen Herausforderungen: Soziale und umweltbezogene Ungleichheiten wirken sich spürbar auf die Lebensqualität aus. Regionale Unterschiede in der Lebenserwartung, Belastungen durch Lärm, Luftverschmutzung oder Hitze sowie eine ungleiche Versorgung mit Grünflächen verdeutlichen, dass Gesundheit eng mit Stadtplanung, sozialer Lage und Umweltqualität verknüpft ist.
Um diesen komplexen Zusammenhängen zu begegnen, wurde im Rahmen des Projekts MUHR – Machbarkeitsstudie Urban Health im Ruhrgebiet ein transdisziplinärer Prozess angestoßen. Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft entwickelten gemeinsam das Forum StadtGesundheit Ruhr – eine Plattform für Austausch, Wissenstransfer und konkrete Projekte.
Ein erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die Ruhr Charta StadtGesundheit (Sommer 2024). Unter dem Motto „Gemeinsames Wissen für gemeinsames Handeln“ verpflichten sich die Unterzeichnenden, das Ruhrgebiet zu einem gesunden Lebensort für alle zu gestalten – über Verwaltungsgrenzen, Sektoren und Disziplinen hinweg. Zentrale Schwerpunkte sind:
Chancengerechtigkeit: Ungleichheiten zwischen Stadtteilen abbauen und vulnerable Gruppen gezielt stärken.
Klimaanpassung: Maßnahmen gegen Hitze, Starkregen und andere Folgen des Klimawandels umsetzen, Grünflächen sichern und ausbauen.
Gesundes Wohnen & Mobilität: Bezahlbaren, gesunden Wohnraum fördern, umweltfreundliche Verkehrsmittel stärken.
Wissen & Beteiligung: Lebenswelt-Expert:innen einbeziehen, digitale Ideenbörsen schaffen und erfolgreiche Projekte verstetigen.
Darüber hinaus richtet die Charta auch Impulse an Land, Bund, EU und UN – etwa für gesetzliche Anpassungen, die Verankerung von StadtGesundheit in Bildungsstandards oder die Förderung von Integration, Ehrenamt und sozialem Zusammenhalt.
Mit der geplanten „Ruhr Charta StadtGesundheit“ entsteht so ein verbindender Rahmen, um langfristig die Lebensqualität und Gesundheit in der Metropole Ruhr zu verbessern – als Gemeinschaftswerk vieler Akteur:innen, getragen von dem Willen, soziale und ökologische Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden.
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