Ein inspirierender Nachmittag über nachhaltige Stadtentwicklung in Lissabon
Im Rahmen des Klimaforums November 2025 hielt Carlos Manuel de Bourbon Lopes Barbosa vom Atelier de Arquitectura e Planeamento in Lissabon, Portugal, am 26.11.2025 einen Vortrag im Hörsaal 1 der Hochschule Ruhr West HRW mit dem Thema:
Nachhaltige Stadtentwicklung am Beispiel des Areals der Weltausstellung 1998 in Lissabon
Folgende Organisationen haben zur Veranstaltung eingeladen: VDI Ruhrbezirksverein, BDA Mülheim sowie die Mülheimer Initiative für Klimaschutz e.V.
Die Weltausstellung in Lissabon, auch bekannt als Expo 98, fand 1998 statt und trug das Motto „Die Ozeane: Ein Erbe für die Zukunft“.
Das Ausstellungsgelände wurde als Parque das Nações (Park der Nationen) neugestaltet und ist heute ein modernes Stadtviertel mit zahlreichen Attraktionen und Einrichtungen. Die Expo 98 sollte den Industriegürtel zwischen der Stadt und dem Tejo durchbrechen und Lissabon wieder mit dem Fluss verbinden
Highlights waren
* Oceanário de Lisboa: Eines der größten Indoor Aquarien Europas.
* Torre Vasco da Gama: Ein 145 Meter hoher Aussichtsturm.
* Pavilhão de Portugal: Das Ausstellungsgebäude für Portugal,
entworfen von Álvaro Siza Vieira.
* Teleférico do Parque das Nações : Eine Gondelbahn, die das Gelände
* Parque das Nações: Das modernisierte Stadtviertel mit futuristischer
Architektur und zahlreichen Sehenswürdigkeiten
* Bahnhofsgebäude: die neue innerstädtische und überregionale
Verbindung, entworfen von Santiago Calatrava,
Im deutlichen Gegensatz zu anderen Weltausstellungen wurden in Lissabon vielen der Bauten und Infrastrukturen nach der Weltausstellung eine neue vitale Nutzung gegeben. Damit trug die Expo 1998 maßgeblich zur
Stadtentwicklung bei. Der Parque das Nações ist beispielsweise heute ein lebendiges Stadtviertel mit Wohnungen, Büros, Geschäftszentren, kulturellen Einrichtungen und Erholungsgebieten und stellt ein beliebtes Ausflugsziel für
Einheimische und Touristen dar.
Carlos Barbosa hat diese Stadtentwicklung maßgeblich geprägt. Er berichtete ausführlich über die Entstehung der Expo 98, über die Sanierung des vormals kontaminierten Industriegebiets am Ufer des Flusses Tejo, über die kurze Realisierungszeit von 4 bis 6 Jahren für alle Ausstellungsgebäude und den Bahnhof der mit Umland 3,5 Mio. Einwohnern zählenden Stadt bei laufendem Bahnbetrieb und über die heutige Nutzung. Im Anschluss präsentierte er die Landesentwicklung und wesentlichen Bauprojekte, die nach der Expo 98 realisiewrt wurden und werden.
In der anschließenden Diskussion wurden die wesentlichen Parameter erörtert, die zu diesem großen Erfolg geführt haben:
* Klare Raumordnungs- und Stadtentwicklungsplanung
* Keine Planung gegen die bestehende Bevölkerung und Nachbarschaft,
sondern ausgeprägte Orientierung an den Wünschen der Bürger
* Von den ersten Schritten an eine Ausrichtung auf die nachhaltigen
Nutzung über Jahrzehnte
Autor: Dr.-Ing. Bernhard Leidinger
Präsentationen
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Bildquelle: ©Susanne Gregel


