Heute möchten wir einen Blick zurück auf ein früheres Projekt von „MachDeinDing“ werfen – denn auch wenn es bereits fünf Jahre her ist, können wir auch heute noch dazulernen.
Im Jahr 2020 hat die Schule am Hexbachtal am Projekt MachDeinDing teilgenommen – mit einem ganz besonderen Projekt: dem „Klimawunder Kraterbeet“. Ziel war es, den Schulgarten ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig Kindern und Jugendlichen die Zusammenhänge von Klima, Biodiversität und nachhaltiger Ernährung praktisch zu vermitteln. Mit viel Engagement wurde das Kraterbeet angelegt – und ist seither ein echtes Highlight im Schulgarten.
Was ist ein Kraterbeet?
Ein Kraterbeet ist, wie der Name vermuten lässt, ein kreisrundes, nach innen abgesenktes Beet – ähnlich einem kleinen Krater. Es besteht aus mehreren Zonen mit unterschiedlichen Höhen und Feuchtigkeitsbedingungen:
Im Inneren: geschützte, feucht-warme Bedingungen – ideal für frostempfindliche Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Zucchini.
An den Hängen: gemäßigte Bedingungen für Gemüse wie Radieschen, Erdbeeren oder Petersilie.
Am äußeren Wall: trockene, sonnige Lage – perfekt für robuste Kräuter und heimische Wildstauden wie Wiesensalbei, Wegwarte oder Natternkopf.
So vereint ein einziges Beet verschiedene Mikroklimata und ermöglicht Mischkulturen auf kleinem Raum.
Wie baue ich ein Kraterbeet?
Ein Kraterbeet lässt sich mit etwas Zeit und Muskelkraft ganz einfach selbst anlegen – ideal als Gemeinschaftsprojekt in Schule, Garten oder Nachbarschaft. So funktioniert’s:
Standort wählen: Das Beet sollte möglichst sonnig liegen und etwa 2 Meter Durchmesser haben.
Form anlegen: Mit einem Pflock in der Mitte und einer Schnur wird ein gleichmäßiger Kreis gezogen.
Aushub vorbereiten: Im Inneren wird der Boden leicht kegelförmig ausgehoben – etwa 20 cm tief.
Aushub nutzen: Die Erde wird mit Kompost oder Humus gemischt und rund um den Krater zu einem Wall aufgeschüttet. Die Nordseite kann etwas höher sein, um Wind abzuhalten.
Hang stabilisieren: Die Hänge dürfen nicht zu steil sein – bei Bedarf leicht abflachen, damit nichts abrutscht.
Gestalten und bepflanzen: In die Tiefe kommen feuchtigkeitsliebende, frostempfindliche Pflanzen (z. B. Tomaten, Gurken). Die Hänge eignen sich für Kräuter und Gemüse mit mittleren Ansprüchen. Auf dem trockenen Wall fühlen sich robuste Wildstauden und Insektenpflanzen wohl.
Extra-Tipp: Ein kleiner Trittstein in der Mitte erleichtert die Pflege. Wer mag, kann auch einen Mini-Teich integrieren oder die Nordseite mit Wildgehölzen bepflanzen.
Warum ein Kraterbeet?
Der Klimawandel bringt auch bei uns zunehmend Wetterextreme – heiße Sommer, starke Niederschläge, späte Fröste. Kraterbeete sind eine Antwort darauf. Sie speichern Wärme und Wasser, schützen empfindliche Pflanzen vor Wind und fördern die Artenvielfalt, da besonders der trockene Wallbereich wichtige Nahrung und Lebensräume für Insekten bietet.
Ein weiterer Vorteil: Kraterbeete können bei geschickter Planung bereits im Frühjahr als Frühbeet dienen und die Saison verlängern – ideal für Schulen, die Kindern das Gärtnern im Jahresverlauf näherbringen wollen.
Das Projekt der Schule am Hexbachtal
Im Rahmen von „MachDeinDing“ haben die Schülerinnen und Schüler der Schule am Hexbachtal ihr Kraterbeet selbst geplant, gegraben und bepflanzt. Die Umsetzung war nicht nur lehrreich, sondern auch ein tolles Gemeinschaftsprojekt. Heute gedeihen dort nicht nur viele Gemüsesorten, sondern auch Wildstauden, die Schmetterlinge, Bienen und Co. anlocken – ein lebendiger Lernort im Zeichen des Klima- und Naturschutzes.
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Bildquelle: © Pixabay


