unter Bauen, Energie, Engagement

Walter und Brigitte Kleinöder zeigen mit ihrem Haus am Nansenweg in Mülheim-Heißen, welche Vorteile die klimafreundliche Sanierung mithilfe einer Solaranlage haben kann.

Bereits 2016 hat das Ehepaar eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ihres Hauses, das bereits seit 1970 in ihrem Besitz ist, installieren lassen. Dieses Jahr haben sie dafür einen Klimapreis gewonnen. Wir haben im Telefon-Interview mit Walter Kleinöder gesprochen und ihn gefragt, was ihn dazu motiviert hat, ob sich die Investition gelohnt hat und was man vor einer solchen Anschaffung beachten sollte.

„Ein bisschen mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit als Privatmann“ war Walter Kleinöders größte Motivation, als er sich vor 4 Jahren für die Installation einer Solaranlage entschied. Abgesehen vom Wunsch, autark zu sein, sprachen aber noch weitere Dinge dafür: sein Haus am Nansenweg ist günstig ausgerichtet und hat die ideale Dachneigung von ca. 30 Grad, sodass die Sonne immer darauf scheint. Zudem habe sein Haushalt dafür, dass nur zwei Personen darin leben, einen sehr hohen Stromverbrauch. Das liegt unter anderem an der großen Teichanlage im Garten, die einige Koi-Karpfen beherbergt. So fiel die Entscheidung, rund 10.000€ in die Hand zu nehmen, um die Produktion von eigenem Solarstrom zu ermöglichen, nicht schwer.

Auf die Frage, ob sich diese Investition gelohnt habe, entgegnete Herr Kleinöder mit einem klaren „Ja, natürlich hat sich das gelohnt!“. Man könnte meinen, das ganze rechne sich vielleicht erst in zehn Jahren, doch ist er überzeugt, dass es sich, wie in seinem Fall, schon weit vorher lohnen wird. Das zeigt sich auch in seiner Stromrechnung. „170€ pro Monat haben wir gezahlt“, sagte er. Jetzt stehen nur noch ca. 90€ auf der Rechnung und zudem bekommen sie monatlich ungefähr 35€ für den produzierten Strom zurück, den sie selbst nicht verbrauchen und einspeisen. Damit liegen sie bei einer Einsparung von 120 bis zu 150€ im Monat – „Das ist schon eine ganze Menge“, stellt Kleinöder zufrieden fest.

Einen Nachteil hat seine Solaranlage für ihn trotzdem: „Ich habe hier eine schöne Sauna gebaut und das ärgert mich natürlich besonders, wenn ich dann abends, um 7 oder 8, in die Sauna gehe und dann muss ich für den Strom zahlen. Für 13 ct/kWh habe ich den ganzen Tag jede Menge eingespeist und dann muss ich 26 ct/kWh bezahlen“, beklagte er. Dieses Problem könnte eine Batterie lösen, die zum Zeitpunkt der Installation preislich noch bei 6.000€ lag. Mittlerweile habe sich der Preis halbiert und die Kleinöders planen für die Zukunft bereits die Anschaffung einer solchen Batterie. Bis dahin versuchen sie den Eigenverbrauch genau dann, wenn die Sonneneinstrahlung gerade stark ist, hoch zu halten. Daher wird dann besonders darauf geachtet, dass zum richtigen Zeitpunkt die Spülmaschine oder auch die Waschmaschine laufen.

Ansonsten sollte man laut Herrn Kleinöder vor der Anschaffung einer Photovoltaikanlage lediglich beachten, dass man bei älteren Häusern vorher eventuell das Dach saniert, falls damit nicht alles hundertprozentig in Ordnung ist. Wenn die Elemente erstmal angebracht wurden, sei es schwieriger einzugreifen, falls etwas mit dem Dach sein sollte. Schließlich solle die Solaranlage für viele Jahre eine solide Grundlage haben.

Zusammenfassend sagt Walter Kleinöder über seine Solaranlage: „Wir sind rundum sehr zufrieden damit“. Er würde es anderen Hauseigentümern auf jeden Fall weiterempfehlen. Es sei eine wunderbare Sache, wenn man ein bisschen Unabhängigkeit sucht und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes tun möchte. Und ihm fällt sogar noch ein weiterer Vorteil der Anlage ein: „Bei der starken Sonneneinstrahlung, die wir hier in den letzten Jahren hatten, ist das für den Speicherbereich unwahrscheinlich wärmedämmend. Die Wärme kommt kaum noch so durch wie früher“.

Und für die Zukunft ist auch schon einiges geplant: Herr Kleinöder hat noch ein zweites Haus am Nansenweg, das er den Kindern bald überschreiben möchte, damit sie es genauso klimafreundlich umgestalten können, wie er es schon bei seinem Wohnhaus getan hat.

Wir vom Mülheimer Initiative für Klimaschutz e.V. wünschen Herrn Kleinöder und seiner Familie dabei viel Erfolg und bedanken uns recht herzlich für ihr Engagement im Umweltschutz und dass sie uns davon berichtet haben.

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 Selber motiviert? Schauen Sie selbst nach:

Solardachkataster der Stadt Mülheim an der Ruhr

Regionales Solardachkataster RVR mit PV-Rechner-Tool

PV-Rechner der EnergieAgentur NRW

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[Beitragsbild: ©pexels]

https://www.pexels.com/photo/christmas-gift-1693651/
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