Das Rumbachtal erstreckt sich im Osten Mülheims und ist eines der bedeutendsten naturnahen Talräume der Region. Es bietet nicht nur Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern ist auch ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Bevölkerung. Die Autoren Thorald vom Berg und Dr. Peter Keil zeichnen ein detailliertes Bild der landschaftlichen, ökologischen und historischen Besonderheiten des Tals.
Vielfältige Flora im Buchenwald
Im Rumbachtal dominieren Buchen-Hangwälder, durchsetzt mit Hainbuche und Ilex. Besonders bemerkenswert ist der Bestand an weißer Hainsimse, einer typischen Charakterart dieser Wälder. Auch seltene Pflanzen wie der zerbrechliche Blasenfarn oder das wechselblättrige Milzkraut zeugen von einer hohen ökologischen Qualität. Letzteres wächst bevorzugt auf sickerfeuchten Böden in Auenwäldern – ein sensibler Lebensraum, der durch Bachsanierungen bedroht sein kann.
Seltene Arten in Feuchtwiesen und Röhrichten
Früher weit verbreitet, heute selten: die Sumpfdotterblume. Auch der Riesenschachtelhalm findet sich noch in den feuchten Lebensräumen des Tals. Die Vegetation reicht von Röhrichten über Hochstauden-Gesellschaften bis zu Nasswiesen und Seggen-Rieden – Rückzugsräume für spezialisierte Arten und gleichzeitig wichtige Bioindikatoren für den Zustand der Landschaft.
Lebensraum für Vögel, Amphibien und mehr
Auch die Tierwelt ist im Rumbachtal beeindruckend. Vögel wie die Goldammer oder seltene Amphibien wie der Feuersalamander finden hier geeignete Lebensräume – Letzterer ist auf saubere, naturnahe Gewässer angewiesen. Das Vorkommen solcher Arten unterstreicht die ökologische Bedeutung des Gebiets.
Vom begradigten Bach zur naturnahen Aue
Historische Karten zeigen, wie stark der Rumbach früher begradigt wurde – besonders zwischen Neckel und Tinkrath. Doch die heutige Entwicklung geht in eine andere Richtung: Statt massiver technischer Ausbauten setzt man zunehmend auf naturnahe Lösungen, wie etwa beim Rückhaltebecken an der Hölterstraße, das nicht betoniert, sondern der Natur überlassen wurde.
Naherholung und Naturschutz – kein Widerspruch
Das Rumbachtal ist auch für Spaziergänger, Naturfreunde und Familien ein beliebtes Ziel. Die Stadt Mülheim hat am Eingang des Naturschutzgebiets vorbildliche Informationsangebote installiert, die den Besuchern Orientierung bieten und für die Bedeutung des Gebietes sensibilisieren. Der Abschnitt nahe dem Liebfrauenhof zeigt, wie „wilde“ Natur mitten in der Stadt zugänglich gemacht werden kann.
Fazit: Erhalten und weiterentwickeln
Das Rumbachtal steht exemplarisch für die Herausforderung und Chance, Natur- und Erholungsräume in urbanen Regionen zu erhalten. Die Autoren unterstreichen in ihrer Arbeit, wie wichtig langfristige Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen sind – für den Artenschutz, das Landschaftsbild und die Lebensqualität der Menschen vor Ort.
Quelle
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