Artenschutz auf der Deponie Kolkerhofweg in Mülheim – Lebensraum für bedrohte Arten

Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde – das Gelände der Bodendeponie Kolkerhofweg in Mülheim ist ein wertvoller Rückzugsort für zahlreiche seltene und streng geschützte Tierarten. In unmittelbarer Nachbarschaft zur dort errichteten Windenergieanlage leben unter anderem Kreuzkröten, Zauneidechsen, Flussregenpfeifer und seltene Insektenarten wie der Nachtkerzenschwärmer oder die Matte Natternkopfbiene.

Das Gelände erfüllt wichtige ökologische Funktionen – insbesondere für Arten, die offene, wenig bewachsene und nährstoffarme Flächen benötigen. Um deren Fortbestand zu sichern, werden gezielte Schutzmaßnahmen umgesetzt:

  • Insektenfreundliche Gestaltung: Sonnenexponierte Böschungen und Steinstrukturen bleiben als Lebensräume für Wildbienen und überwinternde Raupen erhalten. Besonders empfindliche Bereiche mit Nachtkerzen- oder Weidenröschen-Bewuchs bleiben bis in den Sommer hinein von Eingriffen verschont.

  • Schutz bodenbrütender Vögel: Die streng geschützten Flussregenpfeifer und besonders geschützten Feldlerchen brüten regelmäßig auf dem Gelände. Während ihrer Brutzeit von März bis August werden Schutzradien eingerichtet und Störungen durch Fahrzeuge und Fußgänger vermieden.

  • Amphibienschutz: Die stark gefährdete Kreuzkröte findet auf dem Deponiegelände geeignete Laichgewässer – zum Teil auch temporär entstandene Pfützen in Fahrspuren. In sensiblen Zeiten, vor allem in der Winterruhe von Oktober bis März, werden Fahraktivitäten eingeschränkt, potenzielle Habitate erhalten und bei Bedarf durch Schutzzäune ergänzt.

  • Lebensraum für Reptilien: Die Zauneidechse hat sich vor allem entlang der Ränder und Bahngleise angesiedelt. Ihre Eiablageplätze werden besonders geschützt, um den Bestand langfristig zu sichern.

Alle Maßnahmen folgen den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) und sind eng mit der Nutzung des Geländes abgestimmt. Ziel ist es, die vorhandene Artenvielfalt zu bewahren und durch eine naturnahe Endgestaltung der Deponie nach Abschluss des Betriebs sogar zu fördern.

Ein gutes Beispiel dafür, wie technische Infrastruktur und Artenschutz im Einklang stehen können – wenn Planung, Rücksichtnahme und ökologische Verantwortung zusammenspielen.

 

Quelle

  • Handout_Amt für Umweltschutz_Tierarten+Artenschutz auf der Deponie


Bildquelle: © Pixabay

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